Eine Katze, die in Hitze gerät, ruft die Kater nicht nur laut und durchdringend, sie signalisiert auch durch ihren spezifischen Geruch ihre Empfangsbereitschaft. Dieser Duft ist für Kater unverkennbar und selbst über große Distanzen deutlich wahrnehmbar. Für die Brautwerbung nehmen sich Katzen relativ viel Zeit. Die Vorbereitung kann Stunden, manchmal ganze Tage in Anspruch nehmen. Eine rollige Katze scheint für den außenstehenden Betrachter unberechenbar zu sein. Mal faucht sie und vertreibt die Kater mit kräftigen Pfotenschlägen, dann wieder wälzt sie sich wollüstig am Boden. Die Kater – meist finden sich etliche ein – wetteifern um die Begattung des Weibchens. Durch die Wahl ihres Aufenthaltsortes trifft die rollige Katzendame schon eine gewisse Vorauswahl unter den möglichen Kandidaten. Denn derjenige, auf dessen Territorium dieses Vorspiel abläuft, hat dadurch schon einen gewissen Heimvorteil, weil die anderen Kater Hemmungen haben, sein Revier zu verletzen. Tun sie es in sexuell aufgewühlter Stimmung dennoch, entstehen dadurch zahlreiche Auseinandersetzungen, die erheblich zur Geräuschkulisse beitragen, die stets im Vorfeld einer Katzenpaarung zu vernehmen ist. Im direkten Umfeld des Weibchens sind die Rivalen jedoch so sehr von ihr und ihrem Geruch gefesselt, dass es hier meist zu keinen weiteren Kämpfen kommt. Wenn das Weibchen mit Schnurren, Rufen und intensivem Rollen die Aufmerksamkeit auf sich zieht, wird bald ein Kater versuchen, sich ihr zu nähern. Oft faßt der Revierinhaber als erster Mut dazu.

Zu frühes Anpirschen wird aber vom Weibchen mit Krallenhieben, Fauchen und Knurren quittiert. Die Kater bemühen sich, nur dann näher zu rücken, wenn das Weibchen gerade nicht zu ihnen schaut. Sie greift nämlich nur diejenigen an, deren Vorpirschen sie beobachtet. So kommt es dazu, dass etliche Kater regungslos um die Katze verharren, um sich, wenn sie gerade wegschaut, schnell unmerklich etwas näher heranzurobben.

Wer letztlich zum Zuge kommt, also nicht verjagt wird, das liegt allein in der Hand des Weibchens. Sie ist beim gesamten Paarungsakt das dominante Tier und behält die Fäden in der Hand. Es muss durchaus nicht der Ranghöchste oder der Revierinhaber sein.