Im Viktorianischen England des 19. Jahrhunderts kam es in Mode, Katzen mit besonderem Aussehen bewußt miteinander zu paaren, um bestimmte Merkmale zu betonen. Es kam zu ersten Katzenausstellungen; die ersten Zuchtrassen wurden erfaßt, standardisiert und registriert. Angorakatzen stammen ursprünglich aus dem türkischen Raum, Perserkatzen aus dem nahen Osten, die Siamkatze aus Fernost.
Wenngleich es eine Vielzahl von Zuchtkatzen mit langem Stammbaum und eindrucksvommem Äußeren gibt, so sind doch die Mehrzahl der heutigen Katzen Mischlinge. Da Katzen nicht für spezielle Aufgaben, wie zum Beispiel für die Jagd, gezüchtet wurden, sondern wenn, dann allein um ihrer Schönheit willen, sind Katzen ursprünglicher als Hunde geblieben, da weniger aktive Eingriffe in ihre Ahnenreihe erfolgt sind. Ratten und Mäuse fangen, können ohnehin alle Katzen. Dazu brauchte es keine spezielle Zucht. Schon äußerlich sind Katzen einander weit ähnlicher geblieben, als die zum Teil extrem voneinander abweichenden Hunderassen. Damit ist auch das grundlegende Verhalten der Katzen weitgehend unbeeinflußt weitervererbt worden. Ein Aspekt, von dem vor allem herrenlose Katzen profitieren. Praktisch alle Instinkte und Fähigkeiten sind noch voll ausgebildet. Sie haben in der Regel keine Probleme, sich mit bemerkenswerter Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit selbst durchzuschlagen, während Hunde, die plötzlich auf sich allein gestellt sind, sich deutlich schwerer tun.