Aufgrund ihres Namens, der äthiopischen Ursprungs ist, glaubte man lange Zeit, die Abessinier stamme aus Ost-Afrika. Genetische Untersuchungen jedoch lassen darauf schließen, dass ihre Vorfahren mit hoher Wahrscheinlichkeit in Süd-Ost-Asien zu suchen sind: Eine typische Mutation, die nur die Abessinier aufweist, konnte an der Küste zwischen Singapur und Sri-Lanka nachgewiesen werden. Die Verbreitung nach Europa erfolgte durch britische Kolonialbeamte und Handelsleute.

Neben den definierten Rassestandards stellt der Agouti-Effekt des Fells das charakteristischste Merkmal dar: Jedes einzelne Haar ist mehrfach gebändert, so dass das Fell insgesamt homogen gefärbt aussieht, wobei keine Muster zu sehen sind. Der Anblick ist zum Beispiel auch von Wildkaninchen bekannt.

Weitere Zuchtmerkmale der Abessinier sind wie folgend beschrieben: Ihr Körperbau ist von mittlerer Größe und athletisch ausgebildet. Der Kopf hat eine keilartige Form mit zierlichen Konturen, die Nase ist leicht geschwungen und das Kinn rundlich. Die Ohren sind vergleichsweise groß und an den Spitzen leicht abgerundet. Es dürfen Wildmarken oder Büschel zu sehen sein. Auch die Augensind groß. Sie sind mandelförmig und stehen weit auseinander. Die Farbe der Augen ist rein und kräftig, grün, gelb oder bernsteinfarben. Sie zeigen eine dunkle Umrandung in der gleichen Farbe, die im Fell das einzelne Haar dunkel bändert. Der Schwanz hat einen breiten Ansatz und läuft spitz aus. An Kinn und Nase sind weiße Zeichnungen gestattet.

Wie häufig in der Züchtung kommen gelegentlich rassetypische Krankheiten vor. Im gesetzteren Alter erkranken vorwiegend Männchen an einer stoffwechselbedingten Niereninsuffizienz. Weiterhin können sie an einer Anämie leiden, die in allen Symptomstärken auftritt. Es sind Fälle einer Kniescheibendeformation bekannt, die sich in bleibenden oder regenerierbaren Kniegelenkverrenkungen auswirkt. Eine weitere Erbkrankheit der Abessinier ist der Netzhautschwund, der schon in jungen Jahren zur Erblindung führen kann.

Hinsichtlich der Nahrung stellt sie keine besonderen Ansprüche. Von großer Bedeutung dagegen ist: Die Abessinier ist nicht gern allein, sie verträgt sich mit anderen Katzen und Hunden. Es liegt also nahe, sie in geselliger Runde zu halten und ihr ausreichend Raum zur Verfügung zu stellen, wo sie ihren verspielten Charakter und ihren Bewegungsdrang mit anderen ausleben kann. Sie ist sehr intelligent, eigenwillig und lebhaft, was dem Halter auch etwas Toleranz und Geduld abverlangt.