Siamkatzen zählen zu den beliebtesten und verbreitetsten Katzenrassen. Sie gehören zur Gattung der Orientalischen Katzen. Oft nennt man sie kurz Siamesen. Eng verwandt sind sie mit den Balinesenkatzen. Siamkatzen haben ihren Ursprung in damaligen Siam. Siam umfaßte Teile des heute thailändischen Staatsgebietes sowie einiger benachbarter Regionen. Wie man aus alten Schriften weiß, gab es Siamkatzen dort schon vor mehr als 7.000 Jahren. Sie galten seinerzeit als besonders vornehme Tiere des Adels und des Herrscherhauses. Auch in Klöstern und an religiösen Kultstätten hielt man sie. Im Buddhismus galt lange Zeit der Glaube, Siamkatzen hätten mystische spirituelle Kräfte und würden bei der geistigen Wiedergeburt die Seelen Verstorbener aufnehmen. So galten manche Siamkatzen als Reinkarnation bedeutender Persönlichkeiten und wurden entsprechend verehrt. Ursprünglich war die Ausfuhr von Siamkatzen untersagt. Die europäische Zucht wurde schließlich von einem britischen Diplomaten begründet, der erste Exemplare Ende des 19. Jahrhunderts nach England mitbrachte. Er hatte ein Katzen-Paar vom siamesischen Königshaus zum Geschenk erhalten. Deren Nachkommen wurden 1885 auf einer Londoner Katzenausstellung erstmals gezeigt.

 

Siamkatzen haben typischerweise eine weiße Grundfarbe. Ohren und Gesicht sind oft bräunlich gefärbt, ebenso Beine und Pfoten sowie der Schwanz. Das Fell ist kurz und glänzend. Die Augen sind strahlend blau, mandelförmig und stehen etwas schräg, wodurch der orientalische Eindruck noch verstärkt wird. Die attraktive Farbmischung resultiert daraus, dass Siamkatzen Teilalbinos sind, das bedeutet, sie haben normalerweise über weite Teile des Körpers keine Farbpigmente. Zahlreiche Farbvarianten sind möglich. Hin und wieder gibt es auch Exemplare, die durchgehend braun sind. Durch den keilförmigen Kopf wirkt die Schnauze verhältnismäßig spitz, die Ohren sind in Relation zum Kopf recht groß. Der Körper ist schlank und muskulös mit langen Beinen. Die Hinterbeine sind geringfügig länger als die Vorderbeine. Das verleiht ein besonders gutes Sprungvermögen. Der Schwanz ist im Verhältnis zur Körpergröße länger als bei den meisten anderen Katzenrassen.

 

Siamkatzen kommen hell zur Welt. Erst mit der Zeit bilden sich die dunkler pigmentierten Fellsektionen heraus. So kann man erst nach einem halben bis dreiviertel Jahr die endgültige Zeichnung beurteilen. Der Zuchtstandard der Siamkatze unterteilt nochmals in verschiedene Unterarten. So gibt es sowohl einen so genannten „modernen“ Siamesen, als auch einen klassischeren „traditionellen“ Typ, der als Thaikatze bezeichnet wird.

 

Siamkatzen sind sehr sozial und leben gerne in größeren Verbänden. Sie spielen gerne und sind sehr kommunikativ. Man sollte, wenn möglich, mehrere von ihnen gemeinsam halten. Vom Wesen sind sie intelligent und selbstbewußt. Sie mögen die Gesellschaft des Menschen und animieren ihn, gemeinsam zu toben. Sie sind sehr aufmerksam und können eine Menge lernen.