Der Begriff „agility“ kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Geschicklichkeit oder Flinkheit. Hindernisläufe durch entsprechende Parcours haben ihren Ursprung im Militär. Soldaten sollen mit solchen Übungen fit für die Durchquerung unwegsamen Geländes und baulicher Hindernisse gemacht werden. Da geht es um die Überwindung von Mauern, das Robben durch Tunnelröhren, das Klettern in aufgespannten Seilen und das Überqueren wackeliger Behelfsbrücken.

Bald sind die Soldaten auch auf die Idee gekommen, Hinderniswettbewerbe zu Pferde durchzuführen. Das war naheliegend, denn berittene Truppeneinheiten waren früher selbstverständlicher Bestandteil jeder Armee. Gemeinsam mit ihren Pferden mussten die Teilnehmer nicht nur Dressur- und Springprüfungen absolvieren, sondern auch Passagen und Aufgaben in besonders schwierigem Gelände meistern. Oft traten die Reiter in ihrer soldatischen Dienstuniform an. Daraus entstand die Kombinations-Reitsportart „Military“, die man heute als „Vielseitigkeitsprüfung“ bezeichnet. Aufgrund schwerer Unfälle, sowohl für Mensch, als auch Tier, ist diese allerdings ins Gerede gekommen.

Irgendwann kam jemand auf die Idee, auch Hindernis- und Geschicklichkeitswettbewerbe  mit Hunden durchzuführen. Und den Hunden gefiel es; nichts ist für Hunde schlimmer als Langeweile. Seit den Achtziger Jahren haben sich solche Wettbewerbe unter der Bezeichnung „Agility“ auch in Deutschland etabliert. Und was dem Hund recht ist, das ist nun auch der Katze billig. Also, auf die Pfoten und rein in den Hindernisparcours!

Die Hindernisse sind im Kreis angeordnet und müssen nacheinander durchlaufen, durchkrabbelt, überklettert oder durchsprungen werden. Dabei gibt es Rampen, Tunnel, Leitern oder Stufen, Slalomstrecken, Ringe oder Reifen, Hürden und Schwebebalken. Viele derartige Stationen lassen sich daheim mit geringem Aufwand selbst basteln.

Damit eine Katze sich an die verschiedenen Aufgaben gewöhnt, braucht es schon ein wenig Training. Der Besitzer unterstützt bei der Einhaltung der Richtung. Dabei gibt es zahlreiche kleine Tricks, zum Beispiel werden kleine Laserpointer verwendet, damit die Katze einen Orientierungspunkt hat, dem sie folgen kann.

Bei Katzenausstellungen werden regelrechte Cat Agility Turniere abgehalten. Dabei geht es darum, die Aufgaben nicht nur fehlerfrei in der richtigen Reihenfolge, sondern auch so schnell wie möglich zu absolvieren. Ein ausführliches Regelwerk klärt alle Modalitäten und stellt sicher, dass keiner schummeln kann. In den Vereinigten Staaten haben solche Veranstaltungen schon umfangreiche Presseresonanz hervorgerufen.

Beim Dachverband International Cat Agility Tournaments (ICAT) gibt es weiterführende Informationen. Wer sich das Ganze gerne mal im Film anschauen möchte, findet bei YouTube eine umfangreiche Videosammlung.