Lieben Sie Katzen? Da sind sind Sie nicht allein. Millionen von Menschen rund um den Globus teilen Ihre Leidenschaft. Doch nicht alle können sie ausleben, indem sie daheim einen anschmiegsamen Stubentiger halten. In Japan sind die Räume oft einfach zu klein. Zahlreiche Japaner haben außerdem so lange Arbeitszeiten, dass sie sich nicht zutrauen, ein Haustier zu halten. An einen Hund ist schon gar nicht zu denken, denn zum Gassi gehen fehlt die Zeit. Selbst einer Katze glauben viele nicht gerecht werden zu können. Vielerorts ist auch jegliche Haustierhaltung strikt verboten. Da kennen japanische Vermieter kein Pardon.

Ein Besuch im „Nekonojikan“ kann helfen. Übersetzt heißt das soviel wie „Katzenzeit“ und dahinter verbirgt sich ein Katzencafé. Dort kann man wie gewohnt Kaffee trinken, aber anders als in anderen Cafés, gibt es hier auch Katzen. Die darf man streicheln, mit ihnen spielen und sogar füttern ist erlaubt. Für diesen Service, der von den Gästen als äußerst entspannend empfunden wird, ist ein Eintrittsgeld zu entrichten. Ein kurzer Aufenthalt beginnt bei umgerechnet etwa 4 Euro. Ein dreistündiger Besuch kann über 20 Euro kosten. Je nach „Cat Café“ können bestimmte Getränke im Preis enthalten sein. Damit Katz und Mensch gesund bleiben, ist die Desinfektion der Hände obligatorisch. Außerdem müssen die Gäste ihre Straßenschuhe am Eingang ausziehen und Hausschuhe tragen.

Quer durch alle Rassen stehen bis zu 30 „Gastgeber(innen)“ zur Verfügung. Manche dösen einfach nur, andere freuen sich darauf, mit den Besuchern zu spielen oder sie schätzen die Leckerlis, die man bei den Gästen abstauben kann. Meist sind es Frauen, die sich die Auszeit in Gesellschaft gönnen. Nur wenige Männer sind darunter und wenn, dann oft, weil ihre Partnerin sie mitgebracht hat. Als besonders zugkräftig haben sich junge Kätzchen erwiesen. Viele Gäste verlieben sich spontan in sie und kommen in Zukunft regelmäßig, um sie langsam aufwachsen zu sehen. In Osaka kam man auf die Idee, die sich rasend schnell ausgebreitet hat. In Tokio gibt es mittlerweile auch schon über 30 Katzencafés. Neben den Katzen gibt es auch Bücher und Zeitschriften, in denen die Besucher schmökern können, während sie ihre Lieblingskatze im Arm haben. Eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre, die mancher daheim vermisst.

Das Café bietet mehrere Räume, damit alle Gäste sich nach Belieben mit den Katzen beschäftigen können. Neben ruhigen Räumen zum Entspannen und Kaffee oder Tee trinken, gibt es auch regelrechte Spielzimmer, in denen ausgiebig mit den Katzen getobt werden darf. Da kann man sich unbefangen am Boden lümmeln und auch mal wildere Katzenspiele ausprobieren. Kinder können auf diese Weise den natürlichen Kontakt mit Haustieren kennenlernen, wozu sie sonst in den winzigen Mietwohnungen der Ballungsräume kaum Gelegenheit haben.