Wollknäuel und Spielzeugmaus, das sind neben Bällen seit Jahrhunderten die Klassiker des Katzenspielzeugs. Und natürlich der unvermeidliche Kratzbaum, der seine Verbreitung vor allem der Hoffnung verdankt, die Katze möge sich ihm verstärkt zuwenden und dafür die teure Sitzgarnitur weitgehend unverschont lassen.

 

Aktive Katzen brauchen allerdings mehr Beschäftigungsmöglichkeiten. Oft suchen sie sich selbst neue Herausforderungen. Ein wenig Anregung kann aber nicht schaden. Dabei ist Phantasie gefragt. Ein alter Karton kann bereits eine wunderbare Höhle abgeben. Noch spannender wird es, wenn zerknüllte Zeitungen oder Luftpolsterkissen zum Wühlen darin sind. Auch ein Wäschehaufen lädt zum Versteckspiel ein. Aus Katzensicht sind auch Balancierbalken und Tunnelstrecken reizvoll. Ein Stück Rohr mit großem Durchmesser läßt sich wunderbar erkunden. Die Öffnung einer kleineren Röhre erinnert an ein Mauseloch. Darin kann die Katze mit der Pfote nach Kleinigkeiten „fischen“. Auch kann ein Spielzeug mit einem Band an die Türklinke gehängt werden. Durch das Öffnen und Schließen der Tür gerät es oft in Bewegung und übt dadurch immer wieder einen Reiz auf die Katze aus.

 

Wer eine ganze Wand zur Verfügung hat, kann einen regelrechten Kletterparcours anlegen. Ähnlich wie Übungswände für Bergsteiger kann man auch für Katzen einige versetzte Kletterpunkte anbringen, so dass sie sich mit Geschick durch die Wand hangeln können. Eine hohe Aussichtsplattform wird ebenfalls gerne genutzt, denn Katzen mögen einen weiten Überblick. Außerdem können kleine Strickleitern oder Hängematten aufgespannt werden.

 

Wer sich etwas Zeit nimmt, kann regelrechte Geschicklichkeitsspiele basteln. So wird aus alten Klorollen, Eierkartons und weiterem Verpackungsmaterial ein Hindernisparcours, in dem kleine Leckerlis versteckt sind. Die Katze braucht eine Weile, um sich ihre Belohnung Stück für Stück zu erobern. Einige Katzenliebhaber haben regelrechte Denkspiele gebastelt. Dabei muss die Katze erst einmal einen Mechanismus entschlüsseln und richtig zu bedienen lernen, damit das erhoffte Futter freigegeben wird.

 

Um artgerechte Spielmöglichkeiten zu schaffen, orientiert man sich am besten daran, was Katzen ohnehin gerne tun: Balancieren, Jagen, Klettern, Verstecken, etwas aus der Luft fangen, Dinge hochwerfen und schütteln. Alles was herumflitzt, raschelt, rollt und baumelt übt einen Impuls auf den Jagdinstinkt aus. Mit Geduld haben einige Katzenfreunde es sogar schon geschafft, kleine Kunststücke einzuüben. Aufgaben wie Männchen machen oder durch einen Reifen springen gelingen nach einer Weile, wenn danach eine attraktive Belohnung winkt.

 

Wer seine Katze mal richtig auf Trab bringen möchte, kann auch einen Laserpointer verwenden. Diese Lämpchen, die einen kleinen, stark gebündelten roten Lichtpunkt auf große Entfernung aussenden, werden normalerweise bei Vorträgen eingesetzt, wenn der Referent damit Details auf Übersichtstafeln und -karten hervorhebt. Katzen lieben es, diesen roten Lichtpunkt am Boden und an der Wand zu jagen.

 

Selbst beste Spiele können den Streifzug durch die Natur natürlich nicht völlig ersetzen. Denn draußen spielt aus Katzensicht das wahre Leben.