Es ist schön mit Haustieren zu leben. Doch immer mehr Menschen haben Probleme mit spezifischen Unverträglichkeiten. Allergien nehmen gerade bei der jungen Generation immer mehr zu. Beim ursprünglichen Landleben war das Zusammensein mit Tieren ganz natürlich, der Körper gewöhnte sich von klein auf daran. Heutige Stadtmenschen sind den Kontakt nicht mehr gewohnt und so gibt es immer häufiger Pferde-, Hunde- und Katzenallergien. Oft können schon das Fell oder einzelne Haare Auslöser sein.

Hautärzte berichten, dass besonders kleine Kinder in den industrialisierten Ländern zunehmend von der juckenden und schmerzenden Hautentzündung Neurodermitis betroffen sind. Diese Krankheit, von Medizinern auch als atopisches Ekzem, endogenes Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet, ist äußerst schwer zu behandeln. Sie ist chronisch, tritt in Schüben auf und läßt sich nicht vollkommen beseitigen, sondern nur lindern. Intensiv wird seit Jahren geforscht, um Ursachen und Wechselwirkungen dieses Krankheitsbildes besser auf die Spur zu kommen.

Ein Forschungsteam der Universität Zürich hat jetzt feststellen können, dass Kinder bessere Chancen haben, beschwerdefrei zu bleiben, wenn die Mütter in der Schwangerschaft häufig Kontakt mit Tieren, insbesondere mit Katzen, haben. Offenbar werden auf diese Weise die Abwehrkräfte schon im Mutterleib gestärkt. Vermutet wird, dass Katzen bestimmte Bakterien übertragen könnten, die durch die Mutter auch dem Kind zur Kräftigung seiner Immunabwehr zugute kommen.

Für ihre Untersuchungen haben die Wissenschaftler bei mehr als 1.000 Probanden verglichen, welchen Beschwerden Kleinkinder ausgesetzt waren und dies in Beziehung dazu gesetzt, ob die schwangeren Mütter auf dem Lande oder in städtischen Ballungsräumen lebten und ob intensiver Kontakt zu Nutz- oder Haustieren bestanden hat. Die Daten wurden in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Finnland erhoben, um verschiedenste klimatische und geologische Gegebenheiten einzubeziehen. Etwa die Hälfte der Versuchspersonen lebte in einem bäuerlich-ländlichen Umfeld.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass der intensive Kontakt schon der werdenden Mutter mit Natur und Tieren einen präventiven Schutzeffekt auf das entstehende Leben ausübt. Dabei spielen offenbar eine Vielzahl von Umweltfaktoren zusammen, die nicht bis in alle Einzelheiten entschlüsselt werden konnten. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin „Journal of Allergy and Clinical Immunology“.

Schon lange wurde beobachtet, dass Kinder, die auf dem Land aufwachsen, seltener von Allergien betroffen sind. Ebenso besteht die Vermutung, dass Kinder früher widerstandsfähiger waren, als sie noch vergleichsweise „unbehüteter“ in freier Natur und auch gelegentlich im Dreck spielten und als noch weniger Desinfektions- und Reinigungsmittel in Haushalten für penible Sauberkeit sorgten. Dass die Anlagen der Widerstandsfähigkeit schon im Mutterleib gelegt werden, ergänzt dieses Bild nun. Eine wichtige Entdeckung, denn bislang wurde Schwangeren sogar oftmals geraten, Katzenkontakte zu meiden, um mögliche Allergierisiken für sich und den Nachwuchs zu minimieren. Dazu besteht, so die Leiterin der Studie Caroline Roduit, nach den jetzt gewonnenen Erkenntnissen keinerlei Anlaß