Fast alles, was man für sein Tier braucht, kann man heute online ordern. Ob Hundehütte oder Terrarium, Kratzbaum, Leine oder Leckerli. Nur einige Klicks und dann kommen die bestellten Artikel per Paket ins Haus. In der Regel klappt das gut und schnell. Mit etwas Glück gibt es sogar noch die eine oder andere Gratis-Probe dazu. Ärgerlich nur, wenn beim Versand Ware vertauscht wird und man etwas ganz anderes erhält, als man bestellt hat.

Ein besonders spektakulärer Versandirrtum wurde kürzlich in Sachsen zugestellt. Geordert hatte der Empfänger aus Schneeberg am Erzgebirge ein Katzenklo für seinen Kater „Sir Henry“. Der junge Stubentiger sollte im Alter von drei Monaten endlich ein ordentliches Katzenklo bekommen; bei ebay fand sich schnell etwas Passendes. Sir Henry freute sich bereits auf sein Stilles Örtchen. Das Paket kam auch pünktlich an, auffällig war jedoch bereits das unerwartet hohe Gewicht. Beim Öffnen gab es dann eine ziemliche Überraschung: Im Katzenklo fand sich nämlich noch eine Beilage. „Prima“, frohlockte man beim Auswickeln und vermutete, dass zusätzlich eine Musterpackung Katzenfutter oder Katzenstreu beifügt worden sein könnte. Solche Gratis-Beilagen sind durchaus üblich, um Kunden beispielsweise mit Produktneuheiten vertraut zu machen.

Doch dann entpuppte sich die unvermutete Zugabe als 27 Zentimeter lange Panzersprenggranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Außerdem glaubte der perplexe Empfänger, auch noch einen beiliegenden Zünder identifiziert zu haben, soweit er das als Nichtfachmann beurteilen konnte. Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen, der 33-jährige Familienvater alarmierte die Polizei. Die gerufenen Beamten waren zunächst ratlos und glaubten an einen Scherz oder einen Fehlalarm. Besondere Brisanz hatte der Fall andererseits, weil er sich am 10. September, also einen Tag vor dem Jahrestag der New Yorker Anschläge ereignete. Gerade gegenüber solchen Funden waren die Sicherheitskräfte deshalb besonders sensibilisiert. Sprengstoffexperten untersuchten die Fracht, stellten aber bald fest, dass es sich offenbar um harmlose Teile ohne Sprengladung handelte. Die Waffe war nicht funktionstüchtig; es konnte Entwarnung gegeben werden.

Die Kombination aus Katzenklo und Sprenggranate darf mit Fug und Recht als ein echter „Donnerbalken“ bezeichnet werden. Fragt sich, wie eine Granate ins Katzenklo gelangt sein kann. Erste Recherchen sollen ergeben haben, dass die Verpackung der Sendung beschädigt worden war und bei DHL nachverpackt werden musste. So mag es sein, dass dabei aus Unachtsamkeit der Inhalt aus einem anderen beschädigten Paket versehentlich mit hinein gepackt worden ist. Auch denkbar, dass das schwerere Waffen-Paket durch sein Eigengewicht in den darunter liegenden Katzenkarton rutschte, der dann einfach wieder zugeklebt wurde… Wie es genau zu dem Irrtum kam, ist, so ein DHL-Sprecher, bislang „nicht plausibel nachvollziehbar“. Die unerwünschte Fracht ging zunächst einmal zurück an den Absender und kommt beim nächsten Mal hoffentlich beim richtigen Empfänger an. Es soll sich um einen Sammler aus dem Vogtland handeln. Der Versand war durchaus legal, da es sich hier um ein funktionsuntüchtiges Sammlerstück ohne jeden Sprengstoff handelte. Die Waffe hätte also niemanden gefährden können.