Katzen haben ein äußerst reges Sexualleben. Dass dabei reichlich Nachwuchs entsteht, stellt viele Gemeinden mittlerweile vor arge Probleme. Die Tierheime werden immer voller und können die vielen Neuankömmlinge kaum noch aufnehmen. Vielerorts mussten bereits Neuaufnahmen wegen Überfüllung abgelehnt werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass Katzen äußerst widerstandsfähig sind und sich auch ohne menschlichen Schutz in freier Wildbahn gut behaupten und allein durchschlagen können. In Städten finden sie Möglichkeiten zum Unterschlupf und auch beim Fressen sind sie nicht wählerisch. In manchen Großstädten schätzt man die Population wild lebender Exemplare bereits auf mehrere Tausend und gerade diese haben naturgemäß eine rege Nachkommenschaft. Oft mehrmals im Jahr.

Um die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen, lassen die meisten Katzenbesitzer ihre Katzen bereits frühzeitig kastrieren. Tierärzte unterscheiden zwischen Kastration und Sterilisation. Bei einer Sterilisation werden die Hodenstränge des Katers oder die Eileiter der Kätzin unterbrochen und dadurch unpassierbar gemacht. Bei der heute häufiger durchgeführten Kastration werden die Hoden beziehungsweise die Eierstöcke komplett entfernt. Eine solcher Eingriff kann, je nach Empfehlung des Veterinärs, bereits ab einem Alter von einem halben bis zu einem Jahr durchgeführt werden.

In immer mehr Gemeinden soll das nun gesetzlich zur Pflicht gemacht werden, um der Katzenflut Herr zu werden. Mit rigorosen Strafen, im niedersächsischen Ort Verden ist beispielsweise von bis zu 5.000 Euro die Rede, soll bestraft werden, wer zeugungsfähige Tiere ins Freie läßt.

In etlichen Orten Nordrhein-Westfalens, darunter Paderborn, Jülich oder Leverkusen wurden bereits entsprechende Vorschriften auf kommunaler Ebene in Kraft gesetzt. In Berlin und Bremen werden entsprechende Regelungen bereits für ganze Bundesländer vorbereitet. Vielerorts stehen Beratungen über Durchführungsvorschläge in Kommunalverwaltungen und Stadtverordnetenversammlungen auf den Tagesordnungen.

Tierschützer gehen davon aus, dass die Zunahme der Wildkatzen auf die unkontrollierte Vermehrung der schätzungsweise acht Millionen in Deutschland lebender Hauskatzen zurückzuführen sei. Wer daheim einmal einen Wurf junger Katzen großgezogen hat, weiß, wie schwierig es ist, für alle ein passendes Zuhause zu finden, um sie in gute Hände abzugeben. Zu viele Jungtiere sind in der Vergangenheit einfach ausgesetzt worden, weil ihre Besitzer sie nicht vermitteln konnten.

Deshalb werden Kastration bzw. Sterilisation von vielen Tierschutzorganisationen seit Jahren empfohlen. Viele übernehmen sogar die Kosten dafür, um das Leid zu mindern und die Zahl kranker, schlecht ernährter oder verletzter Tiere zu begrenzen. Nebenwirkung einer Kastration kann eine Gewichtszunahme sein. Als Vorteil wird vielfach genannt, dass die Tiere häuslicher werden und seltener herumstreunen.

Groß ist nun die Unsicherheit unter Tierfreunden. Was, wenn einem eine wilde hungrige oder gar verletzte Katze zuläuft? Kann und darf man ihr noch helfen oder muss man befürchten, dass sie einem dann als Eigentum zugerechnet wird und man mit Strafe rechnen muss?