Elegant und auf leisen Pfoten kommt sie näher, leise miaut sie und drückt sich an die Beine. „Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum streicheln hat.“, vermutete Victor Hugo. Dieses entzückende Wesen kann bestimmt kein Wässerchen trüben, keinem etwas Böses tun. Doch kaum ist die Katze aus dem Haus, scheint eine Wandlung in ihr vorzugehen. Jetzt kommt ihre andere Persönlichkeit zum Vorschein, denn jetzt geht es auf die Jagd.

Auf der Pirsch und im Umgang mit anderen Katzen, die sie in ihrem Revier antrifft, kennt die Katze kein Pardon. Mit Energie und mit viel Ausdauer lauert sie Mäusen und Ratten auf und bringt sie zur Strecke. Ein Grund, warum die Katze schon früh domestiziert wurde. So hatte man einen Wächter, der die vielen Schädlinge, die Ernten und Vorräte anzuknabbern drohten, in Schach hielt.

Und noch eine gute Eigenschaft hat die Katze. Sie ist ausgesprochen sauber, verbringt einen erheblichen Teil ihrer Zeit mit der Körperpflege und benutzt zuverlässig das Katzenklo. Wer weiß, vielleicht würde sie sogar die Wohnung putzen, wenn sie es könnte.

Katzen sind etwas für Ästheten. Sie sehen nicht nur elegant aus, sie bewegen sich auch so. Und sie sind gesellig. Deshalb hat man sie gerne um sich. Auch dann, wenn keine Mäuse in der Nähe sind, die es auf die Speisekammer abgesehen haben könnten.

Katzen sind nicht anspruchsvoll. Gutes Futter, zu Trinken, etwas Katzenstreu, ein warmes Plätzchen und ein wenig Spielzeug. Mehr braucht es nicht. Wer junge Katzen beim Spielen beobachtet, dem wachsen sie sofort ans Herz. Das erkannte auch Leonardo da Vinci, der bekannt dafür war, immer sehr genau hinzuschauen. Er erklärte: „Schon die kleinste Katze ist ein Meisterwerk.“

Zu den prominenten Katzenliebhabern zählten und zählen noch: Der Politiker Winston Churchill, der Dichter Charles Dickens, der Maler Paul Klee, die Schauspielerin Brigitte Bardot, der Schriftsteller Ernest Hemingway, die Moderatorin Petra Neftel und Volksmusik-Star Stefanie Hertel. Mark Twain ließ sogar so etwas wie Ehrfurcht erkennen, als er formulierte „Könnte man Menschen mit Katzen kreuzen, so würde dies die Menschen veredeln, die Katzen aber herabsetzen.“

Anders, als für den Hund, ist der Mensch für die Katze keine Autoritätsperson. Aber sie weiß es zu schätzen, wenn er gut für sie sorgt. “Hunde haben Herrchen – Katzen haben Personal”, diese Worte, die dem Schriftsteller Kurt Tucholsky zugeschrieben werden, bringen es auf den Punkt.