Es gibt eine Menge Sprichworte und Redensarten rund um die Katze. Vieles davon versteht man besser, wenn man die Entstehung und die Hintergründe kennt:

Die Katze aus dem Sack lassen
So sagt man, wenn man es darum geht, vollständig über etwas unterrichtet zu werden, eventuell fehlende oder verborgene Informationen zu erhalten. Der Ursprung dieser Redensart stammt aus der Zeit, als Vieh auf dem Markt gehandelt wurde. Darunter waren natürlich auch Jungtiere wie Fohlen, Kälber oder Ferkel. Das nutzten Betrüger gelegentlich aus, indem sie ein Ferkel im Sack anboten. Als Grund, warum das Tier nicht aus dem Sack gelassen werde, gaben die Gauner an, das Tier sei zu lebhaft und werde entwischen, wenn man es aus dem Sack entkommen lasse. Der Käufer möge es am besten erst daheim herauslassen. Erst beim Öffnen des Sackes stellte der Käufer fest, dass man ihn ausgetrickst hatte, denn heraus kam nicht etwa ein Ferkel, sondern eine Katze. Der Verkäufer war mit dem Geld bereits über alle Berge.

Die Katze nicht im Sack kaufen
Die derart Geprellten waren fortan selbstverständlich nicht mehr bereit, die sprichwörtliche Katze im Sack zu kaufen. Wenn eine Katze im Sack sich aber frühzeitig heftig wehrte und durch ihre Geräusche erkennbar wurde, dass es sich nicht um ein Ferkel handeln konnte, flog der geplante Betrug auf. Der Gauner mit dem Sack wurde mit Schimpf und Schande vom Markt gejagt.

Eine Katze hat neun Leben
Katzen sind bekannt für ihre Widerstandsfähigkeit und für das Überleben selbst in brenzligen Situationen und unter schwierigsten Bedingungen. So bleibt zum Beispiel ein Fall, selbst aus großer Höhe, meist folgenlos. Das hat den Katzen den Ruf eingetragen, mehrere Leben zu besitzen. Dass man dabei gerade auf neun gekommen ist, liegt daran, dass die Neun im Altertum als Glückszahl galt.

Auf die Füße fallen
So sagt man, wenn jemand trotz heftiger Rückschläge wieder auf die Beine kommt und einen Neuanfang beginnen kann. Auch diese Redensart leitet sich von der Katze ab, die es schafft, beim Fallen den Körper in der Luft so zu drehen, dass sie auf den Pfoten landet. So kann sie bei der Landung den Stoß am besten abfedern. Das geschieht in Sekundenschnelle.
Forscher sind der Sache auf den Grund gegangen und haben herausgefunden, wie diese gekonnte Landung funktioniert. Dazu wurden fallende Katzen mit Filmkameras mit besonders schneller Bildfolge gefilmt. Werden die entstandenen Aufnahmen mit verlangsamter Geschwindigkeit abgespielt, so erkennt man die einzelnen Phasen des Falls.
Reflexartig versteift sich der Schwanz und beginnt entgegen der erforderlichen Körperdrehung schnell zu rotieren. Das gibt der Katze das erforderliche Drehmoment, um nacheinander erst den Kopf zu drehen, so dass sie zu Boden sehen kann. Danach werden die Vorderbeine gedreht und schützend vor das Gesicht gezogen. Es folgt der Brustkorb und schließlich der gesamte Rumpf mit den Hinterbeinen. Unmittelbar vor der Landung werden alle Pfoten dem Boden entgegengespreizt und der Rücken zu einem starken Buckel gekrümmt, um mit dem ganzen Körper abfedern zu können.

Es regnet Katzen und Hunde
„It’s raining cats and dogs.“, so sagen die Briten, wenn der Regen gar nicht wieder aufhören will. Das Schmuddelwetter so zu bezeichnen, geht auf eine Zeit zurück, als die städtische Infrastruktur noch nicht so gut ausgebaut war, wie heute. Die Gassen waren eng und voller Müll und Abwasserkanäle, wenn es überhaupt welche gab, waren bei tagelangem Regen oft überlastet oder vom Dreck verstopft.
Herrenlose Tiere, die im Abfall nach Futter suchten, traf das schlechte Wetter besonders hart. Sie hatten nicht nur Schwierigkeiten, etwas Eßbares aufzutreiben, sondern fanden auch keine trockenen Schlafplätze. Und so schwebten sie ständig in Gefahr, in den Wassermassen zu ertrinken.
Wenn die Leute nach langen Regenfällen in den Straßen zahlreiche Kadaver der Tiere fanden, die es nicht geschafft hatten, so mag ihnen das vorgekommen sein, als habe es Katzen und Hunde geregnet.

Der Platz reicht nicht aus, um eine Katze herumzuschwingen
Diese Redensart geht auf die frühe Seefahrt zurück. Hatte ein Seemann ein schweres Vergehen begangen, so wurde er an Bord mit Peitschenhieben bestraft. Dafür verwendete man die so genannte neunschwänzige Katze, eine Peitsche mit neun Strängen, die dem Delinquenten über den nackten Rücken geschlagen wurde. Dort hinterließ sie rote Striemen, die so aussahen, als seien sie von den Krallen einer Katzenpfote.
Die neunschwänzige Katze war zu lang, um sie unter Deck schwingen zu können. Die Strafaktion musste deshalb an Deck durchgeführt werden, um genug Platz zu haben.