Schon im Alter von etwa drei Wochen beginnen junge Katzen sich zu putzen. Das häufige und ausführliche Putzen des Fells hat der Katze den Ruf als besonders reinliches Tier eingebracht. Es geht aber nicht nur darum, Schmutz und lose Haare zu entfernen und das Fell in Ordnung zu halten, damit es vor Nässe und Kälte schützt. Dazu gehört auch das Zupfen mit den Zähnen am Fell um Verfilzungen zu beseitigen und die Drüsen an den Fellwurzeln anzuregen. Wichtig ist bei jedem Putzen auch, aufgenommene Gerüche mit der Zunge zu schmecken und zu verteilen. Auch die Pfoten werden dabei zu Hilfe genommen, bis die Katze das Gefühl einer ausgewogenen Geruchsverteilung erzielt hat. So putzt sich die Katze auch nach dem Kontakt mit dem Menschen, um dessen aufgenommenen Geruch zu verteilen. Ein lokales Zuviel eines Duftes wird als störend empfunden, bis die „richtige“ Mischung wieder hergestellt ist. Am Kopf, wo das Lecken mit der Zunge kaum möglich ist, hilft sich die Katze, indem sie abwechselnd ihre Pfoten befeuchtet und sich damit über die schwer erreichbaren Stellen streicht.

An heißen Tagen hat das Lecken auch eine klimatisierende Funktion. Dann wird besonders viel Speichel verteilt, denn je mehr Flüssigkeit auf dem Körper verdunstet, um so höher die kühlende Wirkung. Außerdem wird durch Sonneneinstrahlung Vitamin D im Fell erzeugt, das durch Lecken aufgenommen wird.

Ein vollständiger Putzdurchgang dauert eine ganze Weile und folgt einer festen Chronologie, beginnend am Kopf bis hin zur Schwanzspitze.

Das Putzen dient aber auch dazu, Spannungen abzubauen. Katzen gewinnen nach Aufregungen durch intensives Putzen ihre innere Ruhe zurück. Putzen erwachsene Katzen einander gegenseitig, so dient das der Festigung von Freundschaft und  Zusammenhalt. Dort wo man sich selbst schlecht putzen kann, zum Beispiel hinter den Ohren, hilft man sich gegenseitig. Ein Grund, warum Katzen dort auch besonders gerne vom Menschen gestreichelt werden.