So wie Raubkatzen ein bestimmtes Stück Land als ihr Hoheitsgebiet betrachten, tut das auch die Hauskatze. Nur in kleineren Dimensionen. Wobei die Ausdehnung stark davon abhängt, ob es sich um auf dem Lande lebende Katzen handelt, die recht große Gebiete kontrollieren oder um Katzen in der Stadt, die sich in der Regel mit weit geringeren Flächen zufriedengeben. Tendenziell neigt der Kater dazu, sein Gebiet großräumiger abzustecken, als die weibliche Katze. Die Kater durchstreifen größere Areale als die Weibchen und sind auf diese Weise stets im Bilde, ob sich paarungswillige Partnerinnen in der Umgegend befinden. In Ballungsgebieten herrscht, was die Katzenpopulation angeht, eine Art Überbevölkerung. Die Reviere wären weit ausgedehnter, wenn nicht so viele Individuen auf engem Raum konkurrierten. Stadtkatzen sind äußerst flexibel und teilen sich den Raum, den auf dem Lande eine Katze für sich allein beanspruchen würde. Wo es Klima und Nahrungsangebot ermöglichen, können sich erstaunlich viele Katzen auf engstem Raum arrangieren. Hauskatzen, die nicht gezwungen sind, ihre Beute zu erjagen, weil es daheim genug zu fressen gibt, können auf Teile ihres Reviers verzichten ohne in Schwierigkeiten zu geraten. Wissenschaftliche Forschungen haben gezeigt: Je besser die Fütterung durch den Menschen, um so kleiner werden die Reviere. Das spielt bei der Rolle der Katzen als Schädlingsbekämpfer eine große Rolle: So füttern Bauern ihre Katzen ganz bewußt, damit sie ihr Revier auf den Bauernhof beschränken und nur dort Ratten und Mäuse jagen. Der Jagdtrieb bleibt nämlich, unabhängig vom Ernährungstrieb, bei der satten Katze voll erhalten. Blieben sie ungefüttert, so würden die Katzen allerdings ihre Territorien derart weit ausdehnen, dass der Hof nur ein kleiner Teil davon wäre und nicht genug Schädlinge vernichtet würden. Eine in diesem Sinne „produktive“ Katze mit ausgeprägtem Jagdtrieb kann es unter guten Bedingungen auf einem Bauernhof auf bis zu drei Mäuse täglich bringen. Rekordverdächtige Exemplare schaffen bis zu fünf am Tag.
Unter wild lebenden Katzen sorgt eine ausgewogene Überlebens- und Sterberate dafür, dass die Population innerhalb eines Gebietes nicht explodiert.