Das Katzenklo

Durch Helge Schneider wurde es berühmt, er widmete ihm sogar einen Song, dem Katzenklo. Von Katzenbesitzern sehr geschätzt wird die Reinlichkeit der Katzen. Sie würden ihr Geschäft im Haus nie woanders erledigen, als dort. Außerdem vergräbt die Katze ihre Exkremente sogar. Nicht allein der Reinlichkeit wegen, sondern um den Geruch einzudämmen. Verhaltensforscher stellten fest, dass der Umgang mit Kot in freier Wildbahn auch eine Sache der Rangordnung ist. Hochstehende Katzen lassen ihren Haufen demonstrativ riechen, rangniedere vergraben ihn. Im Haushalt empfindet die Katze den Menschen als ranghöheres Wesen und ist deshalb bestrebt, ihren Kot zu verbergen.

Das Revier

So wie Raubkatzen ein bestimmtes Stück Land als ihr Hoheitsgebiet betrachten, tut das auch die Hauskatze. Nur in kleineren Dimensionen. Wobei die Ausdehnung stark davon abhängt, ob es sich um auf dem Lande lebende Katzen handelt, die recht große Gebiete kontrollieren oder um Katzen in der Stadt, die sich in der Regel mit weit geringeren Flächen zufriedengeben. Tendenziell neigt der Kater dazu, sein Gebiet großräumiger abzustecken, als die weibliche Katze. Die Kater durchstreifen größere Areale als die Weibchen und sind auf diese Weise stets im Bilde, ob sich paarungswillige Partnerinnen in der Umgegend befinden. In Ballungsgebieten herrscht, was die Katzenpopulation angeht, eine Art Überbevölkerung. Die Reviere wären weit ausgedehnter, wenn nicht so viele Individuen auf engem Raum konkurrierten. Stadtkatzen sind äußerst flexibel und teilen sich den Raum, den auf dem Lande eine Katze für sich allein beanspruchen würde. Wo es Klima und Nahrungsangebot ermöglichen, können sich erstaunlich viele Katzen auf engstem Raum arrangieren. Hauskatzen, die nicht gezwungen sind, ihre Beute zu erjagen, weil es daheim genug zu fressen gibt, können auf Teile ihres Reviers verzichten ohne in Schwierigkeiten zu geraten. Wissenschaftliche Forschungen haben gezeigt: Je besser die Fütterung durch den Menschen, um so kleiner werden die Reviere. Das spielt bei der Rolle der Katzen als Schädlingsbekämpfer eine große Rolle: So füttern Bauern ihre Katzen ganz bewußt, damit sie ihr Revier auf den Bauernhof beschränken und nur dort Ratten und Mäuse jagen. Der Jagdtrieb bleibt nämlich, unabhängig vom Ernährungstrieb, bei der satten Katze voll erhalten. Blieben sie ungefüttert, so würden die Katzen allerdings ihre Territorien derart weit ausdehnen, dass der Hof nur ein kleiner Teil davon wäre und nicht genug Schädlinge vernichtet würden. Eine in diesem Sinne „produktive“ Katze mit ausgeprägtem Jagdtrieb kann es unter guten Bedingungen auf einem Bauernhof auf bis zu drei Mäuse täglich bringen. Rekordverdächtige Exemplare schaffen bis zu fünf am Tag.
Unter wild lebenden Katzen sorgt eine ausgewogene Überlebens- und Sterberate dafür, dass die Population innerhalb eines Gebietes nicht explodiert.

Auf der Jagd

Mag die Katze daheim auch noch so zart und anschmiegsam sein, sie bleibt ein Raubtier. Schon beim Blick durchs Fenster ist die Katze von Vögeln und Kleintieren fasziniert, die sie von der Fensterbank aus gebannt beobachtet. Dabei kann es zu einem deutlich hörbaren Zähneklappern kommen. Damit wird der Beißtrieb der Jagd schon bei der Betrachtung möglicher Beute quasi vorweggenommen. Verhaltensforscher sprechen dabei von einer Leerlauf-Handlung.
Draußen entfaltet sich der Jagdtrieb voll, auch wenn er nicht dazu dienen muss, das tägliche Futter zu beschaffen. Der Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf Nagetieren, Vögel sind eher die Ausnahme. Mit bemerkenswerter Geduld wartet die Katze auf ihre Gelegenheit und pirscht sich lautlos an. Dabei nutzt sie jede geeignete Deckung. Mit gesenktem Kopf, den Körper dicht an den Boden gedrückt, wird sich leise angepirscht. Oft ist nur der obere Teil des Kopfes zu sehen. Die Taktik zielt darauf ab, unentdeckt so nahe wie möglich zu kommen, so dass nur noch ein kurzer Satz erforderlich ist. Ein Verfolgungsrennen soll möglichst vermieden werden. Möglichst schnell möchte die Katze ihren Tötungsbiß im Genick des Opfers anbringen. Schon um bei möglicher Gegenwehr nicht selbst von Krallen, Zähnen oder einem Schnabel verletzt zu werden. Ist ein gefährlicher Biß, zum Beispiel durch eine Ratte zu befürchten, wird diese erst einmal mit kräftigen Pfotenschlägen hin und hergeworfen, um sie benommen zu machen. Es kommt aber auch vor, dass eine Katze unnötig lange mit dem Beutetier spielt, bevor sie es tötet. Da wird beispielsweise eine Maus in die Höhe geworfen. Oder der Maulwurf kann eine kurze Strecke entkommen, um dann wieder eingefangen zu werden. Dieses Verhalten ist in der Natur kaum zu finden. Es ist eher eine Dekadenz der gesättigten Hauskatze, die sich die Jagd als reinen „Zeitvertreib“ leisten kann. Die Jagd macht ihr so viel Vergnügen, dass sie versucht, sie zu verlängern. Gerade weil die Hauskatze atypisch selten Gelegenheit zur Jagd hat, überreagiert sie, sofern es doch einmal dazu kommt.
Die Jagd wird von der Katze grundsätzlich alleine durchgeführt. Beim Hinzukommen eines Menschen oder eines Artgenossen, wird sie sofort abgebrochen. Freilebende Katzenmütter bringen ihren Jungen allerdings gelegentlich bewußt noch lebende Beute, um ihnen in der Praxis die Grundlagen der Jagd beizubringen. Wenn Katzen ihren Besitzern erlegte oder noch lebende Beutetiere bringen, so handelt es sich in der Regel um Weibchen. Das Heimbringen der Beute stellt eine Ersatzhandlung für die Versorgung und Ausbildung der Jungen dar.
Deutliches Schwanzwedeln beim Anpirschen kann den Jagderfolg von Hauskatzen gelegentlich zunichte machen, denn der bewegte Schwanz wird von der Beute leicht wahrgenommen, die sich daraufhin schnellstens in Sicherheit bringt. Das Schwanzwedeln ist normalerweise Zeichen einer inneren Konfliktsituation, in der sich die Katze nicht entscheiden kann, ist aber für eine erfolgreiche Jagd kontraproduktiv. Der innere Konflikt entsteht im Umfeld flacher Terrassen, Gehwege und kurz gemähter Rasenflächen durch das völlige Fehlen geeigneter Deckung, die Jagd kann nicht instinktgemäß durchgeführt werden. Das bringt die jagende Hauskatze „aus dem Takt“.
Nachdem die Beute erfolgreich erlegt worden ist, unternimmt die Katze eine rituellen Spaziergang, vermutlich um Kraft zu sammeln und die entstandene Spannung abzubauen. Erst dann wird gespeist. Fell und Knochenteile, die mit gefressen werden, werden anschließend als Gewölle wieder ausgewürgt. Solche haarigen, kugeligen Klumpen enthalten all das, was nicht verwertbar bzw. unverdaulich war. Vögel mit großen Federn werden vor dem Verzehr gerupft. Dazu wird die Beute mit den Vorderpfoten fixiert. Mit dem Gebiss werden die Federn unter kräftigem Rucken des Kopfes ausgerissen.

Katzenkämpfe

Je mehr Platz ist, einander aus dem Weg zu gehen, um so seltener kommt es zu Konflikten zwischen Katzen. Auf dem Lande können die Reviere so groß gewählt werden, dass kaum eine Auseinandersetzung um deren Grenzen erforderlich wird. In Ballungsgebieten liegen die Territorien hingegen oft so dicht beisammen, dass es zu Kämpfen, insbesondere unter Katern, kommt.
Da erwachsene Katzen in der Regel in etwa gleich groß und stark sind, sind Kämpfe normalerweise nicht lebensgefährlich, können aber zu ernsthaften Blessuren führen.
Vor dem eigentlichen Kampf wird die Drohstellung eingenommen. Dazu gehören durchgedrückte Beine, um möglichst groß zu erscheinen und aufgerichtetes Fell. Auch dadurch vergrößert sich das optische Volumen. Dazu werden Drohlaute ausgestoßen, die vom grummelnden Knurren, bis zu Schreien variieren können. Gleichstarke Katzen führen die gleichen Drohgebärden aus, was sich lange hinziehen kann. Eine rangniedere Katze wird sich hingegen eher klein machen, das Fell anlegen und sich dicht an den Boden drücken.
In dichter Distanz dreht der Angreifer den Kopf zunächst zur einen, dann zur anderen Seite, wobei der Gegner konstant fokussiert wird. Eine Erklärung mag sein, dass die Entfernung auf diese Weise noch genauer eingeschätzt werden kann. Außerdem wird dem Gegner auf diese Weise die Beißbereitschaft angezeigt.
Das gegenseitige Drohritual kann sich über lange Zeit erstrecken und muss durchaus nicht im Kampf münden. Da es aber als Zeichen von Schwäche verstanden würde, das Drohen plötzlich abzubrechen, kann es nur langsam und allmählich zurückgenommen werden, bis beide Beteiligten ohne „Gesichtsverlust“ auseinandergehen können.
Kommt es zum Kampf, so werden die Kontrahenten versuchen, dem Gegner in den Nacken zu beißen, ähnlich wie sie es beim Erlegen von Beutetieren tun. Durch Ausweichbewegungen und kräftige Prankenhiebe wird sich der Angegriffene verteidigen, wobei es durch die Krallen zu ernsthaften Verletzungen kommen kann. In dieser Phase wirken die Gegner wie ein wild herumwirbelndes Knäuel, zwischendurch werden die Prügeleien aber immer wieder durch Drohphasen unterbrochen.
Das unterlegene Tier wird sich schließlich flach an den Boden drücken und die Ohren anlegen. Der Sieger beschnüffelt den Kampfplatz ausgiebig und zeigt auf diese Weise, dass er die Kapitulation annimmt.

Katze und Hund

Katzen und Hunde, die miteinander aufwachsen, können sich hervorragend aneinander gewöhnen und recht gut miteinander auskommen, wenngleich sie selten echte Spielgefährten werden. In der Regel empfindet eine Katze einen Hund erst einmal als bedrohlich. Sie richtet sich auf ausgestreckten Beinen völlig auf und macht mit gesträubtem Fell einen Buckel und stellt sich seitwärts. Das ist einerseits eine Imponierhaltung, die auf optische Größe setzt, um zu zeigen, dass hier ein furchtloser Gegner wartet. Einstweilen schwankt die Katze aber noch zwischen Furcht und Aggression. Die Abwehrbereitschaft wird durch drohendes Fauchen unterstrichen. Häufig wird sich die Katze letztlich für die Flucht, zum Beispiel auf einen Baum, entscheiden. Manche sehen aber auch im Angriff die beste Verteidigung, wobei der Hund unter spuckenden Geräuschen mit Krallenhieben traktiert wird. Besonders auf die empfindliche Hundenase wird gezielt. Erfahrene Katzen wissen allerdings, dass sie für den Hund relativ uninteressant sind, solange sie still sitzenbleiben. Flucht birgt die Gefahr, für den Hund erst richtig interessant zu werden; denn er würde sie verfolgen.